Mittwoch, 16. Mai 2012

Lotosblüte von Sandra Henke


Inhalt:

Bryanna und ihre beste Freundin Zoe reisen nach Japan. 
Dort soll Bryanna bei einer  Bondage-Vorführung, den devoten Part spielen. 
Eigentlich ist vorher klar, wie es ablaufen soll, doch Zoe übertreibt ein wenig. Daraufhin ist Bryanna eingeschnappt, es hat ihr zwar gefallen aber dennoch hat sie das Gefühl vorgeführt worden zu sein. Es ist ihr unangenehm gewesen vor den ganzen fremden Menschen. Als sie entschließt die Bar zu verlassen, kommt sie nicht weit.
Bryanna wird entführt und dem Kendo-Meister Ryan Geschenkt. Diese Kendo Schule liegt weit ab von einer Stadt, hoch oben auf den Bergen. Ihr bleibt also nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden und wenn sie ganz ehrlich ist, findet sie Ryan ziemlich anziehend.

Wird sie sich ihrer Neigung zur Bondage endlich voll hingeben können? Ihre geheimsten Sehnsüchte gestillt?


Meine Meinung:

Ich habe schon ein paar Erotik-Romane von Sandra Henke gelesen. Doch dieser ist ganz anders. Man erfährt was Bondage ist, bekommt einen sehr guten Eindruck von dieser Fesselungsart. Wer näheres lesen möchte *klick*. 

Zudem bekommt man einen tollen Eindruck der Kendo-Schule und einigen Japanischen Gewohnheiten und  der Sprache. Man erfährt auch welche Aufgaben eine Geisha hat. 

Natürlich kommen die Sexszenen nicht zu kurz. Diese sind voller Hingabe und auch Gefühl beschrieben.  Die Angst vor den Bestrafungen, die Bryanna verspürt, schließlich haben sie auch was man Schmerz zu tun,  doch dann alles anders kommt und sie sich Ryan voller Lust hingibt, beschreibt Sandra Henke wundervoll. 
Auch das Bryanna, sich zwischen der Hingabe oder weiteren versuchen zu fliehen, nicht entscheiden kann, hat man ihr nachempfunden.  
Es ist alles sehr deutlich und bildlich dargestellt, so dass man einen genauen Eindruck von dieser sexuellen Neigung  bekommt. 

Ich muss allerdings sagen, dass ich anfangs sehr skeptisch war, schließlich ist es ein „romantischer SM-Roman“  aber es ist nicht zu extrem. Es ist wirklich viel Romantik mit im Spiel. Beide fühlen sich zueinander hingezogen und sind eigentlich froh, jemanden gefunden zu haben,  der diese Leidenschaft teilt.   
Außerdem wird ganz klar gezeigt, dass man viel Vertrauen in dem Partner haben muss um wirklich seinen sexuellen Höhepunkt zu bekommen.
  
Hier kommt Leidenschaft, Gefühl und Hingabe nicht zu kurz und man erfährt noch einiges über die Fesselungskunst  und die Japanische Mentalität.   
Ein toller Erotik-Roman den Sandra Henke hier geschrieben hat. 


 (ich gebe dem Buch 4 von 5 Feen)

Infos zum Buch: 

Taschenbuch: 204 Seiten 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3938281340 
ISBN-13: 978-3938281345

Homepage der Autorin:   *klick* 
Homepage des Verlages: *klick*
Die Autorin bei Facebook: *klick*

Auch ein Autoren-Interview durfte ich machen, dieses ist hier zu finden *klick*


Sonntag, 13. Mai 2012

You are Mine von Kirstyn McDermott


Inhalt:

Alex ist ein unglücklicher Künstler und versucht sich mit Nebenjobs über Wasser zu halten. Als er gerade unterwegs ist, trifft er seine Jugendliebe Madigan. 
Sie ist damals mit ihrer Familie nach Irland ausgewandert. Doch nach dem Tod ihrer Mutter, sind sie wieder zurück gezogen.
Madigan zieht Alex schnell wieder in ihren Bann. Sie werden ein Paar und Alex ist seitdem hin und weg von ihr. Das Madigan seine beste Freundin und Mitbewohnerin Ruth aus der Wohnung vergrault, sieht er nicht so.
Alex sucht immer wieder Ausreden für seine egozentrische Freundin. Er sieht alles durch die rosarote Brille.
Doch Madigan zieht sich schnell zurück, ist geheimnisvoll und lässt niemanden an sich heran. Bis auf ein paar Freunde.
Alles geht seinen Weg, bis zu dem Tag als Alex sich von Madigan trennt und diese sich einige Tage später umbringt. 
Doch seit diesem Tag an, hört Alex, Madigans Stimme in seinem Kopf. Was passiert mit ihm? Wird er verrückt? Und wer sind die“ Söhne des Belias“? Wie kann er wieder allein in seinem Kopf sein? 
Alex wird auf eine harte Probe gestellt.


Meine Meinung:

Für mich zog sich alles wie Kaugummi und ich habe oft überlegt das Buch abzubrechen.
Die Grundidee finde ich klasse aber die Umsetzung leider nicht. 
Es ist ein Thriller und ich habe mich die ganze Zeit über gefragt, wo bleibt die Spannung?
Ich hatte nicht einmal den Drang, wissen zu müssen wie es weitergeht. 
Mich konnte diese Geschichte leider so gar nicht fesseln.  
Den Schreibstil fand ich emotionslos und auch langweilig.
Die Charaktere waren mir auch nicht wirklich sympathisch, bis auf Ruth.
Mir hat einfach das  „Böse“ gefehlt, die Action und Spannung. Das Bedürfnis zu haben, wie geht es weiter. Doch alles plätscherte nur so dahin.
Das einzige gute an der Geschichte, war der Schluss also vielleicht die letzten 50 Seiten.
Es tut mir wirklich leid aber ich denke jeder der ein Thriller-Fan ist, wird von diesem Buch enttäuscht sein.  Ich kann dieses Buch nicht empfehlen. 



(ich gebe dem Buch 2 von 5 Feen)


Infos zum Buch: 

Taschenbuch: 384 Seiten 
Verlag: Piper Taschenbuch (Mai 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3492273971 
ISBN-13: 978-3492273978 
Originaltitel: Madigan Mine


Hompepage der Autorin: *klick* 
Homepage des Verlages: *klick* 



 

Sonntag, 6. Mai 2012

Lesung von Tommy Krappweis

Am Donnerstagabend habe ich auf der Facebook-Seite von Gabriella Engelmann, den Link einer Lesung in Hildesheim gefunden.
Erst musste ich nochmal lesen, wirklich Hildesheim? Zu meinem großen Glück war es wirklich so.


Mir kam gleich der Gedanke, schön endlich mal wieder eine Lesung in Hildesheim und dann noch Tommy Krappweis.

Nachdem ich gesehen habe, dass zur Lesung auch die Glimmerfeen, BOOKS – My passion, readandbeyourself und silvermoonie1 kommen, dachte ich schon WOW!


Doch das absolute Highlight war, dass die beiden Autorinnen Antje Szillat und Gabriella Engelmann auch kommen werden. Für mich stand klar, du musst da hin und  alle kennenlernen! 

 
Bangen und hoffen war angesagt, dass für den nächsten Tag noch Karten übrig sind.
Meine Arbeitskollegin hat sich gleich bereit erklärt, mit mir dort hinzugehen. Karten haben wir zum Glück auch bekommen. 

Den ganzen Tag hatte ich wahnsinnig gute Laune, kein Wunder oder?  Aufgeregt war ich natürlich auch.

 


Als wir ankamen, haben wir uns  total herzlich begrüßt, als wenn wir uns schon alle kennen würden. Es war total toll. Ich kann nicht in Worte fassen, wie schön dieser ganze Abend war. 

Tommy Krappweis ist auch zu uns gekommen.  Als erstes haben wir eine Fotosession hingelegt ;). Schließlich muss man so einen Abend festhalten! 

Die Lesung von Tommy Krappweis (Erfinder von Bernd das Brot) und seinem Vater war sehr unterhaltsam und es hat viel Spaß gemacht den beiden zuzuhören. Schön waren auch die kleinen Videoeinlagen, die abgespielt wurden. Tommy und sein Vater sind ein eingespieltes Team, man merkt ihnen an, sie haben Spaß zusammen. Gemeinsam haben sie uns das Buch „Das Vorzelt zur Hölle: Wie ich die Familienurlaube meiner Kindheit überlebte“ vorgestellt.  Tommy, der Camping hasst. Sein Vater der es liebt. Einfach göttlich.

Nach der Lesung sind wir alle noch im Literanova geblieben. Zum Glück muss ich sagen, denn plötzlich fing die „Aftershow Party“ an. Tommy Krappweis am Klavier und hat unheimlich toll gesungen. Er ist ein totaler „Allrounder“.  Bücher schreiben, Comedy, singen und verschiedene Instrumente spielen,  Respekt.  Wer sich selber ein Bild machen möchte, kann sich auf Servus.TV,  mal die Aufnahmen anschauen *klick*. Dort findet man einiges von Tommy Krappweis und seinem Vater.

Leider ging  der Abend viel zu schnell vorbei :(.  Ich hätte noch Stunden dort sitzen und quatschen können.

Ich habe eine Menge lieber Menschen kennen gelernt und ich hoffe sehr, dass dieser Kontakt bestehen bleibt!  

Danke euch Lieben für diesen tollen Abend, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird.  Er war einfach PERFEKT und schreit nach Wiederholung!!!!!!




Hier noch das Video der Glimmerfeen auf You tube! 
Kann Euch nur empfehlen diese wundervollen Feen zu abonnieren. *klick*


Freitag, 4. Mai 2012

Starters von Lissa Price

Inhalt: 

Durch den Sporenkrieg gibt es nur noch sehr alte (Enders) und sehr  junge Menschen (Starters). Beide haben eine Impfung bekommen. Die Menschen, die sich im mittleren Alter befanden, sind alle an diesen Sporen gestorben. 
Manche Starters haben Glück, indem sie von ihren Großeltern adoptiert werden. Doch dazu gehören Callie (16) und Tyler (7) nicht. Sie leben auf der Straße in verlassenen Häusern, zusammen mit anderen Waisen. 
Sie sind immer auf der Hut und haben Angst, von den Marshals erwischt zu werden. Denn Waisen gehören ins Kinderheim, wo sie Zwangsarbeit vollbringen müssen. Dort will natürlich keiner hin.
Tyler leidet an einer seltenen Lungenkrankheit und braucht Medikamente. 
Um diese kaufen zu können, stellt sich Callie bei  „Prime Destination“ vor. 
Sie möchte ihren Körper in die so genannte „Body Bank“ aufnehmen lassen. Dort können Enders, sich  Körper eines Starters aussuchen, um in diesem für einige Monate zu leben.
Callie bekommt einen Neurochip ins Gehirn gepflanzt und erhält sofort den ersten Auftrag. Während der fremde Ender ihren Körper benutzt, liegt Callie im Koma.
Doch plötzlich läuft irgendetwas schief,  Callie erwacht  in ihrem Körper und hat Kontakt zu dem Ender, der in ihr steckt.
Es beginnt ein Kampf des Überlebens!!
Wem kann Callie trauen? Stimmt das, was der Ender ihr versucht zu erklären?  Wird sie Tyler jemals wieder sehen?

Meine Meinung: 

Ich habe das Buch angefangen zu lesen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Erst mal ist es total interessant, was sich Lissa Price hier ausgedacht hat. Die Idee, dass jemand anderes einen fremden Körper benutzen kann, nur weil er alt ist, finde ich irgendwie irre. 
Traurig ist allerdings, dass ihnen diese Jugendlichen völlig egal sind. Sie machen sich keine Gedanken was mit ihnen passiert, denken nur an sich selber. 

Die Umgebung ist düster,  Callie und Tyler leben in ständiger Angst. Dies wurde hier sehr gut geschildert. Die Nebencharaktere hätten für mich noch eine stärkere Persönlichkeit bekommen können. 

Oft habe ich mich gefragt wo dieser Sporenkrieg herkam. Was ist mit den Großeltern von Callie und Tyler passiert? Diese Informationen hätte ich mir gewünscht. 

Der Schreibstil ist locker, aber einen wirklichen Unterschied,  zwischen der Sprache der Enders und Starters konnte ich nicht finden. Obwohl das unter den Enders  immer wieder erwähnt wird, sich bloß  nicht zu verraten.  Was ich auch nicht verstand, warum  mussten die Körper der Starters so perfekt sein?  Sie hatten ja keinen einzigen Makel. Keine Narben, Pickel  oder Leberflecken.  So konnte man sie doch ganz leicht erkennen. Andere Dinge waren mir auch teilweise nicht ganz klar, aber ich möchte  nicht Spoilern.

Doch auch mit diesen kleinen Ecken und Kanten, ist das Buch einfach genial. Die Spannung kam nicht zu kurz. Ich fühlte mit Callie mit, diese Verzweiflung,  die sie verspürte. Die Angst um ihren Bruder.  Das ungewisse, wie wird es weitergehen. Man wusste selber nie, wem kann Callie trauen.  Genau das, veranlasste mich dieses Buch nicht mehr aus der Hand zu legen.  Es besteht ganz klar ein Suchtfaktor. 

Ich freue mich jetzt schon auf den 2. Teil des Buches.  


 (ich gebe dem Buch 4 von 5 Feen) 

Infos zum Buch: 


Gebundene Ausgabe: 400 Seiten 
Verlag: IVI; Auflage: 3 (März 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3492702635 
ISBN-13: 978-3492702638 
Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre 
Originaltitel: Starters


Hompage der Autorin: *klick*
Homepage des Verlages: *klick* 
Der Verlag auf Facebook: *klick*
 

Dienstag, 1. Mai 2012

Autoren-Interview mit Holly-Jane Rahlens

Erstmal wünsche ich Euch allen einen wunderschönen 1. Mai, den ich mit diesem Interview beginnen möchte!

Heute zu Gast auf meinen Blog, die Autorin Holly-Jane Rahlens,  sie hat das super tolle Buch Everlasting geschrieben.
Wer meine Rezension gelesen hat, weiß wie sehr ich das Buch liebe!
Ich freue mich wirklich sehr, dass ich Dich auf meinen Blog begrüßen darf.

Kommen wir nun zu den Fragen.

Wie kamst du auf die Idee zu Everlasting?


Zeitreisen-Geschichten haben mich schon immer fasziniert — seit ich als Kind den Film “Die Zeitmaschine” aus dem Jahr 1960 entdeckte. Als Erwachsene lies diese Faszination nicht nach. Filme und Fernsehsendungen wie “Avatar”, “Lost”, “AI,” und “Source Code” ziehen mich richtig an. Obwohl ich meine Probleme mit vielen Science Fiction-Büchern habe — die meisten sind so macho-, männlich-orientiert — finde ich einige Titel schon ziemlich klasse, da fallen mir Bücher wie “Alles, was wir geben mussten“, “Die Frau des Zeitreisenden”, “Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“, oder “Hüter der Erinnerung” ein. Als ich dann vor ein paar Jahren einen uralten Schulaufsatz entdeckte, indem ich als zehnjähriges Mädchen eine utopische Zukunftswelt entworfen hatte, machte es plötzlich bei mir Klick.  “Ja,” dachte ich, “Zukunft und Zeitreisen. Das ist mein nächstes Thema.” Ich habe dann im Vorfeld viel Recherche betrieben. Als ich nichts mehr in meinem Kopf reinstopfen konnte, entstand dann, gespeist aus meiner Phantasie und den vielen gesammelten Informationen, , diese Geschichte: “Everlasting — Der Mann, der aus der Zeit fiel.” 
 

Hast Du damit gerechnet, dass es so beliebt bei den Lesern sein wird?


Wenn man bedenkt, dass “Everlasting” ohne Werbekampagne auf den Markt gebracht wurde, kann ich nur sagen, dass ich absolut begeistert bin von den vielen tollen Leser-Rezis. Erwartet habe ich das nicht, höchstens gehofft. Ich weiß allerdings gar nicht wie sich “Everlasting” (nun acht Wochen auf dem Markt) tatsächlich verkauft. Erst wenn die zweite Auflage produziert wird, weiß ich wirklich, ob es “beliebt” ist.
Wird es einen 2. Teil oder vielleicht sogar eine Verfilmung zu Everlasting geben?


Ob es einen zweiten Teil gibt, was ich sehr begrüßen würde — Ideen habe ich ja schon —hängt vom Erfolg des ersten Bandes ab und daran muss noch gearbeitet werden. Wenn alle, die das Buch schon gelesen haben, nach einer Fortsetzung schreien, ganz laut, damit es auch in Reinbek bei Hamburg, wo der Verlag sitzt, gehört wird, vielleicht klappt es dann. ;-)
Eine Verfilmung wäre natürlich toll. Mal sehen.


Dein Buch “Prinz William, Maximilian Minsky und ich” wurde verfilmt, was war das für ein Gefühl, sein Buch plötzlich als Film zu sehen?


Ich war stolz. Ich habe die Entwicklung auch hautnah miterlebt, weil ich das Drehbuch geschrieben habe. Es dauerte auch einige Jahre, eh alle Vorbereitungen so weit waren und auch die Finanzierung des Films gesichert war. Es gab Momente der Verzweiflung, des Glücks, der Erleichterung, auch wütend war ich manchmal. Es war wir eine Achterbahnfahrt. Und dann, als der Film endlich da war, war ich einfach stolz: “Wir haben’s geschafft!”

Bist Du zufrieden mit der Verfilmung  Deines Buches?


Ich glaube, eine Buchautorin kann nie zufrieden mit der Romanverfilmung sein. Auch wenn sie selbst das Drehbuch schreibt. Das eigene Werk wird zerstört, Szene für Szene, um etwas Neues — für das neue Medien — daraus zu machen. Und das ist hart. Es entsteht ein komplett anderes Werk, das ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Ursprungswerk hat, eine Parallelwelt entsteht sozusagen, und ich denke, dass alle Buchautoren im Herzen der Ursprungswelt den Vorzug geben, denn damit haben sie so lange gelebt, da haben sie ihre Figuren kennengelernt, sie lieben gelernt. Die erste Liebe vergißt man nicht so leicht.

Du kommst ja ursprünglich aus New York, wie kam es dazu, dass Du nach Berlin gezogen bist?


Die Liebe hat mich nach Berlin gebracht. Im Sommer zwischen meinem zweiten und dritten Jahr an der Uni habe ich einen Helmut aus Berlin kennengelernt. Nach meinem Bachelor bin ich dann von New York nach Neukölln gegangen, und bald kaufte ich meine Kleider nicht mehr bei Macy’s am Herald Square, sondern bei Karstadt am Hermannplatz.

Wo bist Du lieber, in New York oder Berlin? 


Seit fast 40 Jahren kenne ich New York nur als Touristin. Nie habe ich dort als Erwachsene gelebt oder gearbeitet. So kann ich nicht wirklich sagen, wo ich lieber leben würde. Aber um in New York so gut zu leben wie ich hier in Berlin lebe, bräuchte ich viel mehr Geld. Auch deshalb bleibe ich erst mal hier.

Wie kamst Du dazu, Bücher zu schreiben? War das schon immer Dein Wunsch?


Mit 22 habe ich Gedichte geschrieben. Das weiß ich noch. Ganz schreckliche. Die habe ich noch. Ich habe damals auch versucht, Kurzgeschichten zu schreiben.  Anscheinend hatte ich den Wunsch zu schreiben. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass ich damals je laut gesagt habe, “Ich will Bücher schreiben”, oder “ich will Schriftstellerin werden.” Das kam anders. Ich habe als Journalistin fürs Radio gearbeitet, kleine Interviews gemacht, dann längere, dann wagte ich mich an Feature Sendungen, dann an Hörspiele, dann an Kurzgeschichten, die ich dann für die Bühne als One-Woman-Shows adaptierte, dann  nahm ich diese Bühnenerzählungen und machte einen Roman daraus, “Becky Bernstein Goes Berlin.” Es war eine Entwicklung, eine lange eigentlich, über Jahre hinweg. Mal sehen was noch kommt — Stepptanzen finde ich auch klasse. 

Wenn Du eine Idee im Kopf hast, lässt Du dann alles stehen und liegen um es aufzuschreiben?


Manchmal schreibe ich schnell meine Ideen auf. Manchmal nicht. Wenn ich’s nicht tue, kommt es vor, dass ich etwas vergesse. Dann ärgere ich mich. Wobei ich sagen muss, dass ich nicht glaube, dass das so schlimm ist. Ich habe Vertrauen in meiner Phantasie, denke, mir werden die Ideen nicht ausgehen. Zumindest hoffe ich das.

Hast Du besondere Rituale bevor Du einen Roman schreibst?


In meinem Arbeitszimmer steht u.a. auch einen langen Regal, ca. zwei Meter lang und auf Hüfthöhe. Dort sammeln sich in kleinen, ordentlichen Stapeln meine works-in-progress: jedes Projekt hat sein eigenes Stapel mit Büchern für die Recherche, Ausdrucken von Artikeln aus dem Internet, die ich zum Thema noch lesen möchte, Ausdrucke von fertigen Kapiteln, usw. Wenn ein neues Projekt dazukommt, braucht es auch seinen eigenen Platz in diesem Regal, so muss ein Projekt, das schon fertig ist, beispielsweise “Everlasting”, Platz machen für das Neue. Die Papiere zu “Everlasting” bekommen dann ihre eigenen Ordner, die Bücher, die ich während des Schreibens des Romans gelesen habe, kommen wieder in das Bücherregal, usw. Ich brauche Ordnung für ein neues Projekt,  Platz in meinem Kopf und Platz im Regal. 
Außerdem brauche ich für ein neues Projekt eine Gliederung, so eine Art Strassenplan: wo geht’s lang? Wo beginnt die Geschichte, was passiert in der Mitte, wie endet sie? Was sind die Höhepunkte? Ohne diese Gliederung kann ich nicht schreiben.


Schauspielerst Du immer noch?


Wenn jemand mir Arbeit gibt, gern. Manchmal arbeite ich im Tonstudio, lese Voiceovers oder synchronisiere amerikanische Stimmen. Hin und wieder werde ich für den einen oder anderen Film in Nebenrollen besetzt. Aktiv suche ich aber diese Arbeit nicht. Wenn es kommt, kommt es. Ich sehe meine vielen Lesungen übrigens auch als eine Art Performance und genieße sie sehr.



Was machst Du wenn Du nicht gerade an einem Buch schreibst?

Ich schlafe. Ich esse. Ich lese. Ich unterhalte mich mit Freunden und Familie. Und ich verreise.

Beschreibe Dich bitte selber in nur 3 Wörtern.


Diese Frage kenne ich. Habe sie vor ein paar Wochen schon mal beantwortet. Hm. ... Was habe ich damals gesagt? Ach ja, jetzt weiß ich: Gefühlschaotisch, fleißig, direkt. Stimmt immer noch.

Liest Du viele Rezensionen zu Deinen Büchern? 


Ja, ich lese die Kritiken. Als ehemalige Journalistin bin ich immer daran interessiert zu wissen, was in der Öffentlichkeit über mich geschrieben wird. Ich sammele alles, Zeitungsausschnitte, Internetrezensionen usw. und hefte die ab.

Und was hältst Du von Bloggern?  


Meine Antwort hier bezieht sich auf Literaturblogs. Also Ich finde es grundsätzlich gut, dass es so eine Riesenlesegemeinde gibt und dass man schnell und unkompliziert seine Meinung zu einem Buch an den Mann bringen kann. Wenn man einen Blog schreibt, kann man durch learning by doing sich in der Kunst der Kritik üben; durch den Ideenaustausch unten den Bloggern kann man relativ schnell kapieren, was ankommt, was nicht, und wenn man offen ist, daraus lernen, noch bessere Kritiken zu schreiben. Manche Blogger-Rezensionen sind meiner Meinung nach viel zu lang. Less is more sagt man auf Englisch. Blogger können, glaube ich, auf dem Buchmarkt wirklich einflussreich sein und neue Followers gewinnen, wenn sie leidenschaftlich und kompetent sind, und klar, präzise und kurz formulieren. 

Wie gehst Du mit schlechten Kritiken um? 


Schlecht.

Hast Du einen Lieblingsplatz zum Schreiben?


Mein Lieblingsplatz zum Schreiben ist mein Schreibtisch mit Blick auf den Bücherregalen im Wohnzimmer, hinter mir die große Stadt und die Nachmittagssonne.
 


So, dass war es auch schon wieder mit meinen Fragen!
Danke für Deinen Besuch liebe Holly-Jane.





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