Donnerstag, 1. November 2018

[Gastrezension] Pure Desire - Nur du von Mia Williams




Klappbroschur 299 Seiten
Verlag: Fischer
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596702916

Liz lebt mit ihren Schwestern in einem alten Holzhaus am wunderschönen Lake Tahoe. Doch auch das Leben am schönsten Ort der Welt kann hart sein. Seit dem Tod ihrer Eltern ist Liz für alles verantwortlich: ihre jüngeren Schwestern, das Haus und den verschuldeten Diner am See. Disziplin ist längst zu ihrer zweiten Natur geworden. Beziehungen? Liebe? Sex? Fehlanzeige.
Das ändert sich schlagartig, als sie Cole kennenlernt. Er ist sexy, selbstbewusst und lässt sie in einem leidenschaftlichen Strudel aus Verlangen und Gefühlen alle Regeln vergessen. Was Liz nicht weiß: Diese heiße Affäre könnte sie schon bald sehr viel mehr kosten als nur ihr Herz


Für einen Reihenauftakt war das Buch gar nicht so schlecht. Aber ich muss auch sagen, dass ich in diesem Genre schon bessere Bücher gelesen habe.
Mia Williams hat mit dem Lake Tahoe ein wundervolles Setting geschaffen. Schon alleine um in den Lake Tahoe einzutauchen lohnt sich das Buch schon. Und auch die Hintergrundstorys der Protagonisten waren, wie ich es in einem solche Buch erwarte.
Liz und ihre Schwestern waren mir auch von Anfang an sympathisch, aber aus irgendeinem Grund war mir das Buch zu oberflächlich.
Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin immer wenn sie nicht mehr wusste was sie schreiben sollte einfach eine Sexszene rein geschrieben hat. Das waren mir persönlich leider zu viele. Und was noch schlimmer war: Diese Szenen haben für mich keine Gefühle transportiert. Schade. 
Trotz dieser Mängel werde ich aber natürlich Band 2 lesen. Es war für mich einfach nur ein durchschnittliches Buch. 


Ein schönes Buch, bei dem aber noch Luft nach oben ist ;)

Montag, 8. Oktober 2018

[Rezension] Verborgen – Der erste Fall für Gefängnisärztin Eva Korell von Anna Simons

Bildquelle: Penguin Verlag




Taschenbuch Ausgabe:
Verlag: Penguin
Sprache: Deutsch
Seite: 432
ISBN-13: 978-3-328-10289-2




Eva freut sich auf ihren Neustart in München. Als Gefängnisärztin wird sie diesen beginnen. Doch bevor sie überhaupt richtig ankommt, wird sie in einen Kriminalfall verwickelt. Hätte sie doch nur der Frau eines Inhaftierten zugehört. Doch plötzlich ist sie verschwunden und Eva macht sich große Sorgen. Sie versucht im Alleingang rauszukriegen, was passiert sein muss und begibt sich damit in Gefahr.

Der Auftakt der neuen Serie, rund um Gefängnisärztin Eva Korell hat mich gleich angesprochen. Schon alleine die Idee und das Setting versprechen Spannung. Die Autorin, Anna Simons hat gezeigt, was in ihr steckt und einen grandiosen Start hingelegt.

Unsere Protagonistin ist eine taffe und selbstbewusste Frau. Eva will endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen und nach vorne Blicken. Doch so einfach wird es Eva nicht gemacht. Nicht nur, dass sie eine Frau medizinisch versorgt, die ein wenig ängstlich und voller Verletzungen ist. Auch im Gefängnis will der erste Patient seine Grenzen austesten. Als besagte Frau auch noch plötzlich verschwindet, obwohl sie einen Tag vorher, Eva etwas Wichtiges sagen wollte, macht sie sich Vorwürfe.

Wie Eva Korell mit der ganzen Geschichte umgeht und wie sie versucht, Licht ins Dunkle zubekommen, hat mir sehr gut gefallen. Alles war logisch und gut durchdacht. Wir bekommen einen Einblick von Evas Umfeld und auch von ihrer neuen Arbeit. Die Szenen im Gefängnis wirken so Real, fast so, als wenn man mit ihr zusammen dort arbeitet.
Insgesamt schafft es Anna Simons den Spannungsbogen die ganze Zeit zu halten. Durch einige Wechsel der Blickwinkel, die immer mal wieder auftauchen, wurde dies noch erhöht.

Natürlich erfahren wir auch einiges von der Vermissten, Nicole, die es in ihrem Leben nicht einfach gehabt hat. Aber auch die beste Freundin von Eva kommt sehr schön zur Geltung. Man hat die Charaktere vor Augen und bangt und hofft mit ihnen förmlich mit.

Die eigenständigen Ermittlungen aber auch die, der Behörde sind schlüssig und passend.

Anna Simons hat Brutalität, Spannung aber auch einiges an Gefühl in diese packende Geschichte gesteckt. Man spürt die Energie beim Lesen. Das Buch wollte ich gar nicht zur Seite legen.  Es hat mich regelrecht gepackt!

Ein grandioser Auftakt, ich  bin jetzt schon auf die nächsten Teile gespannt. Denn man möchte unbedingt wissen, wie es mit unserer Gefängnisärztin weitergeht. Dort wird es bestimmt nicht langweilig.


Verborgen – Der erste Fall für Gefängnisärztin Eva Korell von Anna Simons verspricht eine aufregende und spannende Serie.  Mit ihrem Auftakt zeigt die Autorin, was in ihr steckt und fesselt den Leser mit ihrer packenden Geschichte. 

 
(Ich gebe dem Buch 5 von 5 Feen)

Montag, 24. September 2018

[Rezension] Sommer in Atlantikblau von Miriam Covi

Bildquelle: Heyne Verlag




Ausgabe:
Paperback, Klappenbroschur 
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 78-3-453-42213-1





Eigentlich sollten es nur ein paar Tage in New York werden. Doch auf den Rückflug, plant das Schicksal einen anderen Weg. So landen Lotte Seeliger, ihre 2 Schwestern und ihre Mutter in einem Provinzörtchen namens Nova Scotia an der kanadischen Ostküste. In einem liebevoll geleiteten Bed and Breakfast kommen die Damen unter. Normalerweise sollte sich Lotte auf ihre bevorstehende Hochzeit konzentrieren, wäre da nicht der gutaussehende aber auch äußerst mürrische Connor, der ihr ständig über den Weg läuft...


Als ich die ersten Seiten von „Sommer in Atlantikblau“ begonnen habe, wusste ich sofort, Miriam Covi holt mich aus meiner Leseflaute raus. So war es dann auch und ich konnte mich nicht mehr von ihrer Geschichte trennen. In zwei Tagen habe ich die 445 Seiten regelrecht verschlungen!!

Es ist nicht nur der flüssige und bildliche Schreibstil der mich für sich gewinnen konnte. Sondern auch die liebevoll gestalteten Charaktere, die alle ihren Charme und Persönlichkeit haben. Man schließt die Personen schnell ins Herz.
Der kleine kanadische Ort hat mich dann vollends verzaubert. Noch nie hatte ich dieses starke Bedürfnis einen Ort im realen Leben sehen zu wollen. Was natürlich an der ausgesprochenen Wortgewalt der Autorin liegt. Denn ohne diese liebevollen Beschreibungen wäre es wohl ein Ort wie jeder andere geworden. 

Die Geschichte an sich ist zwar vorhersehbar, trotzdem gab es einige überraschende Wendungen und vor allem die Aussprachen unter der Familie Seeliger, haben mich sehr berührt.
Bei dieser Geschichte habe ich gelacht, geweint und einige „Hach-Momente“ erlebt. Dieses Gefühl, was Miriam Covi auf mich mit ihrer Schreibe übertragen hat, hat mich erstaunt. Man spürte die Zerwürfnis, die Unsicherheit aber auch das Knistern und die Liebe, als wenn man selbst gerade in dieser Situation wäre. Wie ihr merkt, konnte ich  komplett darin versinken.

Viele (Glücks-)Momente machen diese Geschichte so liebenswert. Ein wenig Kitsch gehört natürlich auch dazu und vielleicht wird das nicht jeder mögen, aber für mich hat genau das in „Sommer in Atlantikblau“ reingepasst.


Wer eine Geschichte mit viel Herz lesen möchte, sollte sich „Sommer in Atlantikblau“ von Miriam Covi nicht  entgehen lassen. Hier stimmt einfach das komplette „Drumherum“.
Ich verspreche euch: Diese Geschichte verzaubert! 


 
(Ich gebe dem Buch 5 von 5 Feen)





Sonntag, 9. September 2018

[Rezension] Memory Game – Erinnern ist tödlich von Felicia Yap




Thriller Paperback Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: penhaligon
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 9783764531829





Claire ist eine Mono und kann sich immer nur an die letzten 24 Stunden erinnern. Daher ist ihr Tagebuch eine wichtige Verbindung zur Vergangenheit. Was hier nicht notiert ist, ist aus dem Gedächtnis gelöscht. Als eines Morgens die Polizei bei ihr auftaucht, die die Leiche der angeblichen Geliebten ihres Ehemannes  gefunden hat, beginnt der Kampf um die Wahrheit und natürlich die Frage: „Wen kann sie trauen?“


Der Klappentext zu „Memory Game – Erinnern ist tödlich“ hat mich gleich angesprochen. Schon allein der Gedanke, man kann sich wie Claire, als Mono nur einen Tag an etwas erinnern oder wie Mark, ihr Ehemann sogar zwei Tage, hat mich völlig fasziniert. Wie lebt man in einer solchen Welt? Was schreibt man tatsächlich in das Tagebuch, was zur Erinnerung hilft? Lässt man vielleicht doch einiges weg, um zu vergessen.  Fragen die ich während des Lesens öfter gehabt habe.

Mischehen, wie die von Claire und Mark sind eigentlich unüblich. Die Duos halten sich mit ihrem 48 Stunden Gedächtnis für was „Besseres“. Mark und Claire hingegen stehen zwar in der Öffentlichkeit, sind aber schon seit 20 Jahren ein Paar. Was nicht immer einfach für Beide ist, doch trotzdem bewältigen sie gemeinsam ihren Alltag.

Alles ändert sich, als die Polizei vor der Tür steht. Die Geliebte von Mark wird tot aufgefunden und natürlich stehen Claire und Mark im Visier der Ermittlungen. Die Gedankengänge fand ich sehr interessant und auch greifbar. Die Charaktere werden gut beschrieben und teilweise wusste man nicht, wer die Wahrheit sagt. Was ist Erinnerung und was nicht? Hier und da hätte ich mir ein wenig mehr Ausführung gewünscht. Denn irgendwie hat das gewisse Etwas gefehlt. Insgesamt war es schade, dass die Geschichte innerhalb eines Tages gespielt hat. Man hätte mehr rausholen können.

Claire vertraut ihrem Mann nicht mehr und schnüffelt ein wenig rum. Was vielerlei Fragen aufwirft. Die Geschichte hat nicht die typischen Spannungseffekte sondern glänzt eher mit Psychologischen Aspekten. Zwischendurch entstehen leider immer wieder Längen, die ein wenig den Lese-Spaß hemmen, doch insgesamt, fand ich die Geschichte interessant.

Das Ende fand ich wieder sehr gelungen und da konnte mich die Autorin fesseln. Der Epilog hingegen hätte nicht sein gemusst. Meine Meinung ist sehr durchwachsen. Der Anfang sowie der Schluss haben mir gut gefallen, der Mittelteil hingegen eher weniger. Die Veränderung des Gedächtnisses und die Welt, in denen Claire und Mark leben, hätte für meinen Geschmack noch mehr hinterfragt und durchleuchtet werden können.
„Memory Game – Erinnern ist tödlich“ von Felicia Yap ist ein Debüt mit noch Luft nach oben. Insgesamt fand ich die Geschichte interessant aber dennoch fehlte mir das gewisse Etwas. Die Grundidee war gut, doch mehr Hintergrundwissen und Spannungseffekte, hätten nicht geschadet.

 
(Ich gebe dem Buch 3 von 5 Feen)






Dienstag, 22. Mai 2018

[Gastrezension] Das Mädchen das in der Metro las von Christine Fèret-Fleury





Gebundene Ausgabe 172 Seiten
Verlag: Dumont
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 9783832198862



Jeden Morgen sitzt Juliette in der Metro auf dem Weg zu ihrer eintönigen Arbeit in einem Maklerbüro und taucht ein in die Welten ihrer Romane. Mal begibt sie sich mit Marcel Proust auf die Suche nach der verlorenen Zeit, mal begleitet sie Hercule Poirot im Orientexpress Richtung Istanbul - manchmal beobachtet sie auch einfach die Menschen um sich herum, die in ihre Lektüre vertieft sind. Es sind die Bücher, die Juliettes Leben Farbe verleihen. Als sie eines Tages beschließt, zwei Stationen früher auszusteigen, begegnet sie dem schrulligen Soliman, der mit seiner Tochter Zaïde inmitten seiner Bücherstapel lebt. Soliman glaubt, dass jedes Buch, wenn es an die richtige Person übermittelt wird, die Macht hat, ein Leben zu verändern. Auserwählte Boten liefern für ihn diese kostbare Fracht aus, an die, die sie nötig haben. Bald wird Juliette zu einer Botin, und zum ersten Mal haben die Bücher einen wirklichen Einfluss, auch auf ihr Schicksal.

Ich gestehe, ich bin auf dieses Buch einzig und alleine durch das Cover aufmerksam geworden.
Es könnte kaum besser zum Buch passen. Es spiegelt irgendwie meine Buchliebe wieder.
Am Anfang war ich eher skeptisch was dieses Buch angeht. Ich bin kein sehr großer Fan der französischen Literatur. Christine Fèret-Fleury hat mich aber überzeugt. Sie hat so einen sanften Schreibstil. Das Buch war sehr flüssig zu lesen. Und trotz der wenigen Buchseiten hatte ich die Protagonisten ganz klar vor Augen.
Doch leider hat es mir in dem Buch ein wenig an Tiefe gefehlt. Man streift die ungewöhnlichen Protagonisten leider nur. Wir lernen sie kaum kennen. Wie kommt zB. Solimann zu seiner ungewöhnlichen Leidenschaft? Und auch Juliettes Weg in diesem Buch war mir leider zu wenig ausgebaut.
Ich glaube ein paar Seiten mehr hätten dieses stille Buch noch besser gemacht.
Aber auch so hat es mir schon gut gefallen.