Montag, 8. Februar 2016

[Rezension] Two Boys Kissing – Jede Sekunde zählt von David Levithan



Bildquelle: Fischer KJB



Gebundene Ausgabe: 288 Seiten 
Verlag: FISCHER KJB
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3737351856 
ISBN-13: 978-3737351850 
Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre 
Originaltitel: Two Boys Kissing
Übersetzer:  Martina Tichy







Inhalt:

Craig und Harry wollen den Rekord im Küssen überbieten. 32 Stunden, 12 Minuten und 10 Sekunden müssen sie durchhalten. Das alles machen sie vor der Schule an einem öffentlichen Ort. Einige melden sich zu dem Thema zu Wort und einige nicht gerade positiv.
Werden sie es trotzdem schaffen?

Meine Meinung:

„Two Boys Kissing“ sticht nicht nur mit dem Titel und dem schönen Cover hervor, sondern ist auch in der Art des Schreib- und Erzählstiles was ganz besonderes. Der Schreibstil ist sehr poetisch und wer gerne Zitate aus Büchern schreibt, hat hier eine Menge zu tun. 

Erzählt wird das Buch aus der Sicht von einem oder mehreren an Aids erkrankten verstorbenen Männern. Diese schauen auf die einzelnen Szenen herab und schreiben was sie darüber denken und was sich auch verändert hat. Sie geben Tipps und Ratschläge. Das fand ich schon sehr interessant. Trotzdem ist der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig und habe anfangs gedacht, dass ich damit nie warm werden würde. Doch zum Glück habe ich mich daran schnell gewöhnen können.

Es gibt mehrere Handlungsstränge und wir erfahren von einigen homosexuellen Jugendlichen. Es wird also immer von einer Szene zur nächsten gesprungen. Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich auch hier zurechtgefunden habe. 

Das Thema Homosexualität steht hier natürlich im Vordergrund und es wurde sehr schön dargestellt, wie die jungen Männer sich fühlen. Was für Ängste sie haben. Wie die Familie darauf reagiert. Wer seinen Weg noch finden muss oder schon gefunden hat. 

Im Allgemeinen hat mir irgendwie das Gefühl gefehlt. Das lag wohl eher an den schnellen und kurzen Textstellen der einzelnen Handlungsstränge. 

Harry und Craig nehmen also nicht die komplette Hauptrolle mit ihren öffentlichem Outing ein. Auch wenn wir von den beiden so einiges erfahren. Wir lernen auch Avery und Ryan kennen, wie sie sich kennenlernen und näherkommen. Cooper hingegen muss mit dem Schock leben, wie seine Eltern es rausgefunden haben und irgendwie seine Gefühle sortieren. Dies tut er, indem er von Zuhause flüchtet. Er ist also alleine mit all dem Gefühlschaos. 

David Levithan zeigt in „Two Boys Kissing“, das Homosexualität leider immer noch nicht richtig akzeptiert wird. Denn hier gibt es auch äußerst böse Zungen. Was ich sehr traurig fand.
Das Buch hat mich wirklich beeindruckt und ist etwas ganz Besonderes. Der Autor macht mit seiner Geschichte Mut und gibt Hoffnung. 

In der Danksagung wird nochmal geschrieben, wie der Autor auf die Geschichte kam, das fand ich sehr interessant. 

Fazit:

In „Two Boys Kissing – Jede Sekunde zählt“ geht es um Homosexualität. Der Autor beschreibt wie jeder mit seinem Outing und der Situation persönlich umgeht. Durch die schnellen Szenen Wechsel kamen die Gefühle bei mir nicht richtig an. Der Schreibstil ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig aber auch sehr poetisch und etwas ganz Besonderes. Eine Geschichte so ganz anders aber auch so voller Hoffnung. Sehr beeindruckend. 



(Ich gebe dem Buch 5 von 5 Feen). 

Samstag, 6. Februar 2016

[Blogtour] Violett ohne Ende von Judith Hüller





Gewinnspiel ist beendet! Gewonnen haben:

- Martina Suhr
- Alex Richter
- Jeannine M.
- Sabine Kupfer
- Ricarda Zöllmann
- Karin
- Susanne Keller
- Andrea Kaldonek 


Bitte schreibt eine E-Mail mit Eurem Wunschformat und dem Betreff: Violett ohne Ende an info@cp-ideenwelt.de

Hallo meine lieben Leser, 

heute ist die Blogtour zu „Violett ohne Ende“ bei mir zu Gast. In "Katis Bücherwelt" habt ihr eine Leseprobe zu hören bekommen und das Buch wurde euch vorgestellt. Bei "Janines Bücherwelt" habt ihr die Protagonisten besser kennenlernen können. "Büchersalat" hat mit euch einen Roadtrip durch Hamburg gemacht, "Buchreisender" hat sich mit dem Thema Homosexualität beschäftigt und Biankas Bücherkiste mit dem Thema Vertrauensmissbrauch. Morgen bei Babs von "Mein Leben" gibt es noch ein Gewinnspiel.
Judith Hüller

Aber kommen wir endlich zum heutigen Beitrag. Denn ich möchte euch Judith Hüller vorstellen. Ich wollte nicht das typische Interview machen und aus dem Grund habe ich Sätze angefangen, die mir die Autorin vervollständigen sollte. 

Hier das Ergebnis: 



Die Idee zum Buch „Violett ohne Ende“…

…kam mir 2011 in einem Online-Forum. Zu der Zeit war ich selbst total angefixt von einem Frauenpaar in einer Daily-Soap, gierte nach zusätzlichem Stoff und las zum ersten Mal in meinem Leben Fanfiction. Verstört hat mich, dass es so viele Liebesgeschichten über die realen Darstellerinnen gab. Leute, meine Güte, die spielen das doch nur, das ist ihr Job, die stehen privat nicht auf Frauen, ey, wenn die von diesem Hype hier wüssten, dann … ja, was dann? Also schubste ich geistig zwei ahnungslose Schauspielerinnen erst in einen Fanhype, dann in einen rostigen Golf, tja, und es wurde tatsächlich ein Buch.   

Mein Schreibtisch…

…fühlt sich an manchen Tagen bestimmt vernachlässigt. Viel lieber sitze ich mit Laptop und Kaffee auf dem Balkon und tippe dort – egal bei welchen Temperaturen, notfalls im Bikini oder mit Handschuhen. 

Meine Charaktere…

…sind mir extrem ans Herz gewachsen. Ich liebe das Temperament von Jule und Ewa, ihr Improvisationstalent und ihre direkte Art. Die beiden können sich hitzige Wortgefechte liefern, die ihre Zuneigung dennoch nicht in Frage stellen. Gerade diese Impulsivität macht die beiden Figuren herrlich unberechenbar. Eine Unterhose kann zum Trennungsgrund hochkochen oder ein Pfefferspray Romantik entfachen. In einer Geisterbahn werden die Mädels rollig, in einer Table-Dance-Bar plötzlich tiefschürfend. Ich kann nur sagen: Ich hatte mächtig Spaß mit den beiden.

Ich selber bin…


…Hamburg seit meiner Studienzeit verfallen. Daher war es mir ein Fest, den Weg von Jule und Ewa mit vielen liebgewonnenen Locations zu verknüpfen. Wer will, kann jetzt auf ihren Spuren durch die Hansestadt wandeln – jedoch ohne Dosen-Prosecco von der Kieztankstelle. Die wurde inzwischen abgerissen.

Bevor ich anfange zu schreiben…

…brauche ich Kopfkino. Eine Situation spielt sich in meinem Hirn ab und nimmt dort immer mehr Fahrt auf. Manchmal sind es auch einzelne Sätze oder Dialogfetzen, die ich unbedingt weiterspinnen möchte.

Meine Leser…

…sind wie eine geschenkte Wundertüte. Ob dein Buch bejubelt, verrissen oder gar nicht erst beachtet wird, hast du als Autorin nicht in der Hand. Umso mehr freue ich mich natürlich über positive Rezensionen und Feedback. Eine Leserin verschlingt „Violett ohne Ende“ nun schon zum vierten Mal und lacht dabei immer noch herzhaft. Geil! Eine andere Leserin sitzt in den USA über Violett und einem Wörterbuch, da sie kaum Deutsch spricht, aber die Geschichte unbedingt lesen möchte. Wahnsinn! Einige Leserinnen kennen die Story noch aus Zeiten, als sie Kapitel um Kapitel in einem Online-Forum wuchs. Ihre euphorischen Rückmeldungen haben mich damals beim Schreiben enorm motiviert. Deshalb ein dickes Dankeschön an alle bisherigen Unterstützerinnen und Leser!

Meine liebste Stelle im Buch „Violett ohne Ende“…


… spielt in einer Limousine in einer Waschstraße und dreht sich um ein einschneidendes Erlebnis in Jules Vergangenheit. Die Krümel-Szene – für alle, die das Buch bereits gelesen haben. Mich hat dieser Part beim Schreiben sehr bewegt. Nicht, weil ich unbedingt noch eine Ladung Drama über meine Hauptfigur kippen wollte. Sondern weil an dieser Stelle hoffentlich deutlich wird, was Jule und Ewa als Paar auszeichnet, und wie stark ihre frische Beziehung auch langfristig sein kann.

Das wünsche ich mir für mein Buch…

Möge Violett noch weitere Liebhaber finden, die sich von Anfang bis Ende auf die Figuren und ihr Abenteuer einlassen. Und bei der Lektüre im besten Falle ganz viel lachen.

Ein nächstes Projekt…

… ist in meinem beruflichen Alltag wohl eher rosa angehaucht, und nicht violett. Als freie Autorin verfasse ich überwiegend Geschichten für Kinder und beame mich in Schlumpfdörfer oder verborgene Zauberwelten. Wer also mal ein fliegendes Pferd braucht, lasse es mich wissen.






Hoffentlich hat euch mein Beitrag gefallen und ihr konntet die Autorin ein wenig besser kennenlernen. 

Wie bei allen Blogtouren gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen. Bei dieser Blogtour könnt ihr 
1 von 15 ebooks im Wunschformat gewinnen. 

Dafür müsst ihr mit folgende Frage beantworten: 

Was erwartet ihr vom Buch "Violett ohne Ende"?


Dafür habt ihr Zeit bis zum 07.02.16 um 23:59 Uhr am Folgetag werde ich die Gewinner oben im Beitrag veröffentlichen.





Das Kleingedruckte:
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 07.02.2016 um 23:59 Uhr.


Donnerstag, 4. Februar 2016

[Rezension] Lolito von Ben Brooks



Bildquelle: Atrium Verlag




Gebundene Ausgabe: 272 Seiten 
Verlag: Atrium Zürich (20. Februar 2015) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3855350558 
ISBN-13: 978-3855350551










Inhalt:

Etgar ist 15 Jahre als und ziemlich am Tiefpunkt. Durch Zufall hat er erfahren, dass seine Freundin ihn betrogen hat. Als seine Eltern für ein paar Tage wegfahren, besteht Etgars Alltag aus Alkohol, Sex und dem Internet. Hier lernt er Macy kennen, die schon wesentlich älter ist, und will sich mit ihr treffen.

Meine Meinung: 

Das Problem bei „Lolito“ war wohl, dass ich eine ganz andere Geschichte erwartet habe. Zwar einen Jungen, der im Internet eine viel ältere Frau kennenlernt, allerdings keinen Jungen, der völlig fertig ist und eine Art an sich hat, die ich einfach nicht mochte. 

Etgar ist zwar erst 15 Jahre alt, treibt sich aber gerne in Clubs rum und trinkt eine Menge Alkohol, was ich sehr ungewöhnlich fand. Denn in dem Alter kommt man doch in keinen Club. Keiner scheint seine trübe Stimmung zu sehen. Nur sein Freund, versucht ihn immer wieder aus dem Haus zu locken. 

Der Ton ist rau und auch teilweise sehr hart. Ben Brooks schreibt schonungslos, konnte mich aber leider nicht fesseln. Etgar blieb mir leider die ganze Zeit über sehr unsympathisch und ich konnte mich überhaupt nicht in ihn hineinversetzen, was das Mögen der Geschichte natürlich noch erschwerte. Daher habe ich das Buch mit sehr viel Distanz gelesen. 

Man bekommt einen guten Einblick, wie Etgar denkt, wie schnell man beeinflusst wird und wie viel das Thema Sex im Kopf herumspukt. Aber auch wie verletzt Etgar doch ist. Als Leser erfährt man einige Szenen aus Etgars Zeit mit seiner Ex-Freundin, da schien er glücklich zu sein. 

Der Autor hat auch gezeigt, wie einfach es ist sich im Internet zu verstellen. Dass nicht jeder die Wahrheit über sich schreibt. Zwar habe ich die Message verstanden, die der Autor einem auf den Weg geben will, leider wurde ich trotzdem nicht warm mit der Geschichte. 

Fazit: 

Lolito habe ich mir ganz anders vorgestellt. Leider wurde ich weder mit dem Protagonisten noch mit dem Schreibstil warm. Der Autor hat eine klare Message und einen harten, rauen Ton aber irgendwie konnte mich die Geschichte nicht für sich gewinnen. 

 (Ich gebe dem Buch 2 von 5 Sternen).