Montag, 16. Januar 2017

[Rezension] Die Falle von Melanie Raabe

Bildquelle: btb Verlag




 
Gebundene Ausgabe oder Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: btb Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442714176
ISBN-13: 978-3442714179




Linda Conrads ist Bestsellerautorin und hat seit elf Jahren das Haus nicht mehr verlassen. Sie lebt zurückgezogen und bekommt selten Besuch. Als sie im Fernsehen glaubt den Mörder ihrer Schwester zu sehen, will sie ihn in ihr Haus ködern. Was ist da besser als ein Interview anzubieten, was sie schon ewig nicht mehr getan hat?!



Nachdem ich so viele begeisterte Leserstimmen gelesen habe, musste ich mich unbedingt selbst von „Die Falle“ von Melanie Raabe überzeugen. Was soll ich sagen? Wer gerne Thriller liest, sollte dieses Buch auf keinen Fall verpassen.

Melanie Raabe weiß von Anfang an, wie sie den Leser ans Buch fesseln kann. Schon allein die Protagonistin Linda Conrads ist interessant und nicht die typische Figur. Sie lebt seit dem Mord an ihrer Schwester allein in einem großen Haus, das sie nie verlässt. Durch ihre Bücher hat sie genug Geld und lässt sich Essen bringen, hat einen Gärtner und einen Verlag der nichts von ihr verlangt, außer weitere Bücher zu schreiben. Nur sehr selten empfängt sie Besuch. 

Für ihr Interview mit Victor Lenzen, dem für sie geglaubten Mörder ihrer Schwester, bereitet sich Linda Conrads genau vor. Sie recherchiert im Internet sein Leben, lässt sich von einem Verhörtechniker alles genau erklären und kleidet ihr Haus mit Kameras und Wanzen aus. Hier sind einige Situationen, die leider zu Ungereimtheiten führen, aber das hat mein Lesefluss nicht gestört. 

Immer wieder fragt man sich als Leser, war es Victor Lenzen oder bildet sich Linda Conrads vielleicht alles nur ein? Linda bringt gute Argumente, dass er der Mörder ist, aber Victor ebenfalls, warum er es nicht sein kann. Es ist ein Katz und Maus Spiel, leider muss ich aber auch sagen, dass ich das Interview streckenweise anstrengend fand. Trotzdem konnte ich das Buch nur schwer zur Seite legen. 
Melanie Raabe setzt hier nicht auf Gewalt und Blut, um den Leser zu fesseln. Sie spielt lieber ein Psychospiel mit uns, und das hat sie gut hinbekommen.

Immer wieder bekommen wir Bruchstücke zugeworfen, was damals passiert sein muss. Wie die Mordnacht abgelaufen ist und wie schwer das alles für Linda war. Umso mehr man erfährt, umso verwirrter ist man. Wer ist wirklich der Mörder?

Allgemein hat Melanie Raabe einen beeindruckenden Schreibstil. So bald es spannend wird, hat man das Gefühl die Autorin spielt mit kurzen schnellen Sätzen. So liest man die Szenen auch schneller. Sobald es ruhiger wird, werden die Sätze wieder länger und insgesamt in der Wortwahl ruhiger. Das fand ich genial.



„Die Falle“ von Melanie Raabe glänzt mit einem Schreibstil, der einfach genial ist. Trotz einiger Ungereimtheiten konnte ich mich kaum vom Buch trennen. Immer wieder schwirrt die Frage im Kopf, wer ist der Mörder? Und diese Frage muss schnell beantwortet werden. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir. 


    
(Ich gebe dem Buch 4 von 5 Feen)

Mittwoch, 11. Januar 2017

[Autoren-Interview] Spontan Interview mit Wiebke Lorenz aka Charlotte Lucas



Hallo meine lieben Leser, 

am Buchmesse-Freitag ist mir am Bastei Lübbe Stand Wiebke Lorenz aka Charlotte Lucas über den Weg gelaufen. Also habe ich sie einfach mal angesprochen und ich hatte Glück. Trotz vieler Termine hat sie sich Zeit für mich genommen und mich mal eben dazwischen geschoben. Darüber habe ich mich natürlich unglaublich gefreut.

Wiebke Lorenz ist in verschiedenen Genres sehr erfolgreich. Ihre Thriller sind spannend und bringen das gewisse Gänsehautfeeling mit, was ein richtig gutes Buch ausmacht. Mit ihrer Schwester zusammen, bekannt als Anne Hertz, hat sie grandiose Frauenbücher geschrieben, die mit einer Prise Humor und Liebe gespickt sind. 

Im nächsten Jahr hat sie 20-jähriges Jubiläum. Da hat sie ihre erste Romanveröffentlichung gehabt mit „Männer bevorzugt“. Mittlerweile haben sich ihre Geschichten verändert. Heutzutage ist Wiebke Lorenz Mutter und natürlich auch älter geworden. Da ändern sich die Themen im Leben und so soll es auch in ihren Geschichten sein. 

Wiebke Lorenz liebt die Abwechslung, das Buch, an dem sie gerade schreibt, ist ihr Liebling. Aber nach einem Thriller freut sie sich auch wieder auf ein anderes Genre. Das Buch „Dein perfektes Leben“ befindet sich im Genre „happy tears“. Ein bisschen romantisch, traurig und auch philosophisch.
Der Name Charlotte Lucas kam übrigens zustande, weil Wiebke Lorenz in der Ahnentafel gestöbert hat. In der vierten Generation hat sie dann den Namen ihrer Ur-Ur-Ur Großmutter gefunden. Sie wollte ein Pseudonym haben, das etwas mit ihr zu tun hat. Nicht einfach irgendwas. 

Die vielen Pseudonyme hat sie, damit die Leser sich besser zurechtfinden. Nicht das die Thriller-Leser plötzlich ein Buch kaufen, und sich wundern, dass es doch eine andere Geschichte ist. Alle ihre Pseudonyme sind offen. 

Es ist kein Zufall, dass das Buch „Dein perfektes Leben“ im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist. Wiebke Lorenz wurde gefragt, ob sie Lust auf dieses Projekt hätte. Wenn man so lange im Geschäft ist, muss man zum Glück nicht mehr lange nach einem Verlag für seine Geschichten suchen. Man kennt sich. 

Mit dem Cover zu „Dein perfektes Jahr“ ist Charlotte Lucas sehr zufrieden. Sie hat zwar schon
Mitspracherecht aber sie sagt, „Jeder soll das machen, was er gut kann“, „Ich kann besser schreiben und der Verlag kann gut gestalten und verkaufen“. Mit dem bunten Seitenschnitt und dem Lesebändchen ist das Buch noch zusätzlich ein tolles Schmuckstück. Das Buch ist ein absoluter Hingucker und ich freue mich sehr, dass ich das Buch gleich signiert bekommen habe.

Liebe Wiebke, vielen Dank, dass du Zeit für mich gefunden hast. Ich freue mich schon auf die Geschichte von Jonathan und Hannah.

Montag, 9. Januar 2017

[Rezension] Alte Ziegenwiese von Fritzi Sommer

Bildquelle: Heyne Verlag




Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453438523
ISBN-13: 978-3453438521




Henri ist schon total gelangweilt, nichts passiert in der Wohnung seines Frauchens. Doch als Josis Mutter auftaucht und das Trio mit zur Kleingartenkolonie „Alte Ziegenwiese“ mitnimmt, kommt Stimmung in die Bude. Es dauert nicht lange und die Möpse können wieder ermitteln. Denn Franz, der Störenfried der Nachbarschaft, liegt mit einer Mistkabel im Rücken auf seinen Komposthaufen. Endlich haben Henri, Viktor und Wilma wieder was zu tun.




„Alte Ziegenwiese“ von Fritzi Sommer ist der zweite Mops-Krimi. Allerdings kann man die Teile getrennt voneinander lesen, weil jeder in sich abgeschlossen ist. Trotzdem rate ich, mit dem Ersten anzufangen.

Da mir der erste Teil „Zum wilden Eck“ schon so gut gefallen hat, wollte ich die nächsten Ermittlungen nicht verpassen. Denn auch in diesem Teil waren die drei Möpse einfach herzallerliebst. Es ist teilweise so witzig wie sie uns Menschen sehen, und wie sie reagieren. Fritzi Sommer hat wieder mal den Humor, trotz des Mordes nicht vergessen. So musste ich auch in diesem Teil sehr häufig schmunzeln. 

Die Möpse beobachten die Leute von der Kleingartenkolonie haargenau, nichts entgeht ihnen auch nicht ein Beweismittel, der zum Mörder führt. Doch bis dahin muss noch einiges getan werden.
Franz, der tot auf seinen Komposthaufen gefunden wurde, war jemand den keiner mochte. Daher sind erst mal alle verdächtig. Hilfe bekommen die drei Möpse diesmal von einen Papagei, der einfach richtig gut in die Geschichte reinpasst. 

Natürlich lernen wir einige Kleingärtner kennen und jeder für sich hat eine andere Persönlichkeit. Die Mutter von Josi schließt man schnell ins Herz, sie ist liebevoll und hilfsbereit. Josis Leben ist natürlich auch weitergegangen. 

Die Ermittlungen von Henri, Viktor und Wilma sind wieder nachvollziehbar und wie im ersten Teil, hatte ich viel Freude mit ihnen. 
Der Schluss hat mich zufriedenstellend zurückgelassen und ich hoffe sehr, dass es einen weiteren Teil des Ermittlertrios geben wird.




Die Ermittlungen der drei Möpse in „Alte Ziegenwiese“ von Fritzi Sommer hat mich wieder einmal entzückt. Trotz der Ermittlungen wegen Mord, lässt der Humor nicht zu wünschen übrig. Die Hunde schließt man noch mehr ins Herz, als schon zuvor und ich hoffe, es wird noch einen weiteren Teil geben.