Montag, 7. Februar 2022

[Rezension] Die Dorfschullehrerin - Was die Hoffnung verspricht von Eva Völler








Bildquelle: Bastei Lübbe Verlag


Broschierte Ausgabe
Autorin: Eva Völler
Seiten: 448

Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-13: 9783785727652


(Werbung da Rezensionsexemplar)




1961: Helene nimmt eine neue Stelle in einem kleinen Dorf als Lehrerin direkt an der Zonengrenze an. Sie ist nicht aus Zufall in diesem Ort, wo jeder jeden kennt, gelandet. Tobias, dem Landarzt vertraut sich Helene an und schon bald bedeutet er ihr mehr, als es ihr lieb ist.

  
„Die Dorfschullehrerin“ habe ich anfangs mit großer Begeisterung gelesen. Zwischendurch hat sich diese gelegt, wurde dann aber wieder etwas besser.

Helene ist an der Zonengrenze in einem hessischen kleinen Dorf gelandet. Dort arbeitet sie als engagierte Lehrerin. Sie setzt sich für ihre Schüler ein, ist hilfsbereit und jeder mag sie. Eigentlich will sie nicht auffallen, aber mit ihrer Art, kennt und liebt sie jeder. Für meinen Geschmack war sie zu perfekt und alles lief ohne irgendwelche Stolpersteine ab. Schnell wurde ihr Geheimnis gelüftet, was sie die ganze Zeit auf dem Herzen trägt. Diese tägliche Sorge und Hoffnung, war spürbar. Genauso wie die zärtliche Romanze die Helene mit dem Landarzt Tobias verbindet. Dieser Teil hat zum Glück nicht die Hauptrolle übernommen und das hat mir gut gefallen. Es ist eine gute Mischung aus dem Schulalltag, die Sorgen von Helene, die Gefühle zu Tobias und auch andere Charaktere kommen nicht zu kurz.

Sehr interessant fand ich immer die geschrieben Szenen von „drüben“. Denn hier war eine gewisse Spannung greifbar und auch der Einblick kurz vor dem Mauerbau war interessant zu lesen. Die Autorin hat die Umstände in BRD/DDR gut rübergebracht.

Insgesamt haben mir jedoch überraschende Wendungen gefehlt. Alles ist leider sehr vorhersehbar und die Geschichte zog sich im Mittelteil etwas. Trotzdem habe ich Helenes Lebensweg gerne verfolgt und bin gespannt, wie es weitergeht.


„Die Dorfschullehrerin“ ist leider sehr vorhersehbar, doch trotzdem habe ich die Geschichte gerne gelesen und bin gespannt, wie es mit der mir zu perfekten Helene weitergeht. 
 
 

(Ich vergebe 4 von 5 Feen)

Samstag, 5. Februar 2022

[Rezension] Wie die Muscheln mies wurden von Annika Dobiat








Bildquelle: Amazon.de


Taschenbuch
Seiten: 136

Verlag: Independently published
Illustrationen: Kerstin Rinne
Alter: ab 8 Jahren
ISBN-13: 979-8520195009


(Werbung da Rezensionsexemplar)



Muriel, die netteste aller Liebmuscheln freut sich schon sehr auf den Gute-Taten-Tag, ein sehr beliebtes Fest in Muschelhausen. Wie immer backt sie ihren leckeren Korallenkuchen, doch irgendwas scheint diesmal anders zu sein...


  
„Wie die Muscheln mies wurden“ ist eine schöne Geschichte, die Tief unten im Meer spielt. Die Idee dazu hat mir sehr gefallen. So bin ich sofort mit Muriel, der nettesten Liebmuschel aus Muschelhausen abgetaucht.

In Muschelhausen mögen sich die Bewohner und wie der Name schon sagt, sind die Liebmuscheln immer hilfsbereit und freundlich zueinander. Es steht der große Gute-Taten-Tag an und alle freuen sich sehr auf dieses grandiose Fest. Doch etwas geht schief und nach diesem Fest, ist nichts mehr wie zuvor in Muschelhausen.

Der Schreibstil von Annika Dobiat ist locker und ich musste öfter mal schmunzeln. Muschelhausen fand ich sehr interessant und auch die Idee der Geschichte hat mir gut gefallen. Allerdings hätte ich mir hier und da ein wenig detailliertere Beschreibungen gewünscht. Das Gute-Taten-Fest, was hier ein besonders beliebter Tag ist, hätte für meinen Geschmack noch eindringlicher und mehr ausgeschmückt werden können. Der Tag war irgendwie zu schnell vorbei. Genauso hätte ich mir ein paar unvorhersehbare Szenen gewünscht, ein klein wenig Spannung. Denn leider weiß man recht schnell, was passiert ist. Die Idee, wie am Ende alles wieder normal wird, hat mir sehr gut gefallen. Das Thema Teamarbeit und Hilfsbereitschaft untereinander wird hier sehr schön aufgezeigt. Besonders witzig fand ich übrigens Karl den Karpfen, er ist Muriels Haustier.

Die Reihe rund um die liebenswerten Bewohner aus Muschelhausen werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen.
 
„Wie die Muscheln mies wurden“ ist eine sehr schöne zeitweilige Geschichte, die ich gerne gelesen habe.


(Ich vergebe 3 von 5 Feen)

Samstag, 29. Januar 2022

[Rezension] Lagerraum 113 von Liv Sievers








Bildquelle: Ullstein Verlag


Taschenbuch
Autorin: Liv Sievers
Seiten: 416

Verlag: Ullstein
ISBN-13: 9783548064246


(Werbung da Rezensionsexemplar)



In einem Lagerraum wird die Attrappe einer Leiche gefunden. Vanessa Lux erkennt sofort die Ähnlichkeit des Falles, ihres verstorbenen Vaters. Die Handschrift ist die des Serienkillers von damals. Allerdings sitzt dieser im Gefängnis.


  
„Lagerraum 113“ fängt spannend an und durch den flüssigen, eindringlichen Schreibstil von Liv Sievers ist man sofort gefangen und begibt sich gedanklich vor Ort.

Vanessa Lux fängt nach einer Auszeit wieder als Kommissarin an und landet direkt im Team, ihres verstorbenen Vaters. Das fand ich schon ein wenig merkwürdig, aber dennoch sehr interessant. Vanessa Lux war für mich eine starke Persönlichkeit allerdings hat sie leider viel im Alleingang gemacht und sich nicht ihren Partnern anvertraut. Was ich auf einer Seite verstehen konnte, andererseits nicht angemessen fand. Die Charaktere des Buches sind gut ausgearbeitet und besonders Falk Wolff war mit seiner anfangs mürrischen Art doch irgendwie erfrischend.

Der Fall ist spannend zu verfolgen. Jedoch wurde mir eine Person zu sehr ins Licht des Verdächtigen gestellt. Hier möchte ich nicht zu viel verraten. Doch es störte mich irgendwie sehr. Die Attrappen, um die es hauptsächlich in diesem Fall geht, werden eindringlich beschrieben und es entsteht jedes Mal eine bedrückende Atmosphäre, wenn wieder ein Lagerraum gefunden wird. Der Druck steigt und natürlich auch der zusammenhängende Fall von damals wird mehr durchleuchtet. Was mir sehr zugesagt hat. Genauso haben mir die Untersuchungen und die Details gefallen, um festzustellen, dass die Fälle zusammenhängen.

Doch ungünstigerweise gab es einige Szenen, wo man wusste, wer dahintersteckt, die leider Vanessa Lux nicht klar waren. Plötzlich war da jemand, der zuvor noch keine Rolle gespielt hat. Für mich irgendwie ein wenig zu weit hergeholt. Man hatte das Gefühl, es müsste eine Überraschung kommen, die mal schnell eingebaut wurde. Das fand ich ein wenig schade.

Auf der einen Seite fand ich die Geschichte spannend, auf der anderen Seite hat mir etwas gefehlt und einiges hätte ich mir anders gewünscht.


„Lagerraum 113“ besticht mit einer bedrückenden Atmosphäre jedoch hat mir einiges nicht zugesagt und teilweise zu weit hergeholt. Dennoch würde ich eine Leseempfehlung aussprechen und weitere Teile rund um Vanessa Lux lesen.

(Ich vergebe 4 von 5 Feen)

Freitag, 28. Januar 2022

[Rezension] Das alles sind Gefühle von Michael Engler und Julianna Swaney








Bildquelle: Verlag arsEdition


Bilderbuch
Seiten: 32

Verlag: arsEdition
Illustrationen: Julianna Swaney
Alter: ab 4 Jahren
ISBN-13: 978-3-8458-4602-6


(Werbung da Rezensionsexemplar)



Als Lars ein Marmeladenglas herunterfällt und seine Mama schimpft ist er böse auf sich selbst. Er erkennt sich kaum wieder im Spiegel und läuft nach draußen. Im Garten trifft er auf einen kleinen Maulwurf, der ihm seine Gefühle erklärt.


 
„Das alles sind Gefühle“ ist ein wundervolles Buch in dem kindgerecht die Gefühle erklärt werden.

Lars ist böse auf sich. Ihm ist ein Glas Marmelade heruntergefallen und seine Mama hat geschimpft. Als er ein wutverzerrtes Gesicht im Spiegel sieht, erkennt er sich nicht wieder. Kurz darauf läuft er in den Garten.

Sehr einfühlsam und kindgerecht erklärt ein Maulwurf im Garten, was Gefühle sind, dass man diese nur spürt und ein Teil von jedem sind. Es werden die negativen Gefühle, aber auch die positiven Gefühle angesprochen. Anhand von Alltagssituationen werden diese Emotionen gezeigt. Ein wichtiges Thema wie ich finde, denn Kinder wissen oft gar nichts mit ihrer Gefühlswelt anzufangen. Das erlebe ich im Moment täglich.

Sehr schön wird auch nochmal gezeigt, dass Kinder manchmal lieber zu Hause im Bett bleiben und dann an anderen Tagen viele Kinder um sich haben wollen. Auch das finde ich eine wichtige Aussage und als Eltern ein schöner Augenmerk, dass man darauf gezielt eingehen sollte.

Die Illustrationen sind passend gezeichnet. Man erkennt die Gefühle wunderbar im Gesicht und kann auf diese nochmal direkt eingehen. Besonders schön finde ich die Vielfältigkeit der gezeigten Kinder. Es gibt welche mit Beeinträchtigung, anderer Hautfarbe und Lars selber trägt eine Brille. 
 

„Das alles sind Gefühle“ ist ein rundum gelungenes Buch, das liebevoll auf ein wichtiges Thema – die Gefühle – eingeht.

(Ich vergebe 5 von 5 Feen)

Mittwoch, 26. Januar 2022

[Rezension] Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht von Anna Schneider








Bildquelle: Fischerverlag


Broschierte Ausgabe
Seiten: 432

Verlag: Fischer
Autorin: Anna Schneider
ISBN-13: 978-3-596-70546-7


(Werbung da Rezensionsexemplar)



Durch Schneefälle kommt es in der Grenzregion Karwendel zum Stillstand. In diesem Chaos verschwindet eine junge Frau. In Innsbruck werden zwei Studentinnen vermisst. Die grenzübergreifende Zusammenarbeit wird sehr erschwert...


  
„Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht“ ist der zweite Fall für das deutsch-österreichische Ermittlerteam und sogar noch etwas spannender als der erste Band.

Im verschneiten Karwendel wird eine junge Frau entführt. Auf der anderen Seite der Grenze in Österreich werden zwei Studentinnen vermisst. Krammer erinnert sich an einen alten Fall, wo er den Täter nie gefasst hat. Bis beide Fälle zusammengeführt werden, dauert es allerdings ein wenig. 

Alexa Jahn hat mir schon im ersten Fall gut gefallen und im zweiten war sie mir ebenfalls sehr sympathisch. Genauso wie ihr Kollege Bernd Krammer in Österreich. Er ist zwar ein wenig Eigen, aber genau das mochte ich. Ebenfalls finde ich die Entwicklung und die Hintergrundinformationen der Charaktere sehr gut ausgearbeitet. Das Privatleben der Ermittler kommt also nicht zu kurz und dadurch bekommen die Figuren viel mehr Tiefgang. Das Buch ist wieder aus der Sicht von Alexa und Bernd geschrieben, sodass man die Vorgehensweise von beiden Seiten hervorragend miterlebt. 

Von Anfang an hat Anna Schneider Spannung aufgebaut und die wurde nicht weniger im Verlauf der Geschichte. Detaillierte Beschreibungen sei es die Umgebung, die Leichen oder auch Emotionen, haben mir nicht nur einmal eine Gänsehaut beschert. Man war beim Lesen förmlich dabei, hat alles bildlich vor Augen und spürt die teilweise beklemmende Atmosphäre. Besser kann man den Leser nicht an die Seiten fesseln. Wer das Buch liest, versteht, was ich meine.

Der Fall ist spannend und die Ermittlungen sind nachvollziehbar. Es gibt einige Wendungen und Überraschungen, auf die ich nicht eingehen möchte, sonst würde ich zu viel verraten, aber es gibt diese Aha-Momente, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hat und für mich was völlig Neues war. Da war es auch nicht störend, dass ich recht schnell wusste, wer der Mörder ist. Denn das alleine reicht nicht aus, um alles zu verstehen.

Zum Ende überschlagen sich die Ereignisse die Spannung bekommt seinen Höhepunkt und alles wird verständlich aufgelöst.
 
Was ebenfalls erwähnenswert ist, ist das Aufmachung des Buches. Es gibt einen kleinen Lebenslauf der Ermittler Alexa Jahn und Bernd Krammer sowie eine Landkarte zum besseren Verständnis.


 
„Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht“ ist wieder ein spannender Kriminalroman, der unter die Haut geht. Unbedingt Lesen!

(Ich vergebe 5 von 5 Feen)